Der musikalische Bau der Kathedrale –
mit Gesang, die Schule der Stimmenthüllung

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Reisenummer: 6
Reisedatum: 10. Oktober 2020 bis 17. Oktober 2020
Reiseziel: Chartres
Reisepreise: Preise und Leistungen finden sie am Ende des Textes

Singen in Chartres mit Constanze Saltzwedel und Matthias Lehmann
Betrachtungen an der Kathedrale mit Christophe M. Rogez

Im Jahre 861 schenkte Karl der Kahle (†877) die Tunika der heiligen Mutter Maria an die Kathedrale zu Chartres. Dieses heilwirkende Untergewand der Maria war in der Kathedrale aufbewahrt. Die Angst war groß, daß auch dieses Heiligtum im Brand der Kirche im jahre 1194 mit verbrannt sei. Als der Legende nach dann drei Tage nach dem Brand zwei Mönche mit der Reliquie aus der Asche der Kathedrale herauskamen, waren die Menschen außer sich vor Staunen. Maria hatte sich sozusagen selbst geschützt. Sie war da und blieb bei ihnen. Das galt ihnen als sicheres Zeichen und gab ihnen den Mut, sofort mit dem Bau des neuen Gotteshauses zu beginnen. – Aus der Asche stieg nun wie ein Phönix der großartigste Zukunftsbau seiner Zeit empor.

Mit der Kathedrale von Chartres haben wir einen Bau vor uns, der stets dem werdenden Menschen geweiht war. Dafür spricht die Reliquie, welche das Hemd ist, von dem gesagt wird, Maria habe es bei der Verkündigung oder Geburt des Jesuskindes getragen. Auch gibt es keine Gräber in der Kathedrale. Dafür gibt es viele Abbildungen der Virgo Paritura, d.h. der Jungfrau, die gebären wird. Sie kann als ein Zeichen des werdenden Menschen in uns verstanden werden.

Das mütterliche Hervorbringen ist das Thema dieses Hauses. Die hervorbringende Kraft sowohl der Erde, als auch des Menschen und des Himmels sind angesprochen. Das Hervorbringen der eigenen Menschenkräfte, das man mit Fichte nennen kann: „Das Ich setzt sich selbst!“, ist ein michaelisches Hervorbringen des Ich. Denn dieses muß sich stets neu hervorbringen, ist stets „in statu nascendi“.

Suchen wir Michael an der Kathedrale auf, so finden wir am Südportal über der Christusfigur die Darstellung eines Engels mit einer Waage in der Hand. Der Waagebalken ist nicht mehr vorhanden. Der Engel wiegt Menschen, genauer Menschenseelen. Was wird gewogen? Was soll schwer, was soll leicht sein? Wie kann der Mensch in unserer Zeit das rechte „Seelengewicht“ für Michaels Waage erlangen?
Diese Prozesse sind überall in der Architektur, in den Fensterbildern und in der Plastik der Kathedrale präsent und werden von uns sowohl belauscht als auch besungen werden.

Singen. . .
und Singen-üben, sowohl gemeinsam, als auch in Männer- und Frauenstimmen getrennt, bewegt sich ganz im michaelischen Sinne, indem es sich als eine Bewegung zu sich selbst versteht. In dieser Weise wird zunächst in den Übungsweg der „Schule der Stimmenthüllung“ eingeführt. Die Tätigkeit des immer wieder neuen sich selbst Erfassens wird mit jedem Klangansatz neu geübt.
Sind wir selber in dieser Weise singend von Musik durchklungen, so empfinden wir unseren eigenen Leib als ein Klangbauwerk, das aus der Musik des Kosmos geronnenen ist. Und begegnen in dieser Empfindung der Kathedrale, die ebenso die kosmischen Klanggesetze verkörpert. Dadurch kann es uns gelingen wahrzunehmen, aufzunehmen, Eins zu sein mit dem irdisch-kosmischen Bauwerk der Kathedrale von Chartres. Die kosmischen Entwicklungsgesetze, die dem Bau der Kathedrale zu Grunde liegen, zu erlauschen und zu schauen, ist ein Anliegen dieser Studienreise.

Constanze Saltzwedel

Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“
(Victor Hugo)

Gotische Kathedralen sind Ausdruck höchster Baukultur. In ihren mathematisch-musikalischen Proportionen verbindet sich das Spirituelle mit dem Praktischen. Sie sind gebaute Musik. Die Kathedrale von Chartres gilt dafür als herausragendes Beispiel. Ihre komplexe, bis heute nicht vollständig entschlüsselte Architektur bietet einem Chor einen einzigartigen Resonanzraum. Übertragen auf musikalische Intervalle, werden die mathematischen Proportionen des Sakralbaus hörbar, und im Zusammenklang mit den Bilderzyklen in Skulptur und Glasmalerei Körper, Geist und Seele des Menschen zum Klingen gebracht.

In den dialogisch geführten Seminaren, die ich seit vielen Jahren in Chartres anbiete, lassen wir durch einfühlsame Betrachtung diese Kräfte der Architektur selbst sprechen, die lebendigen Skulpturbilder und das Farbenlicht der Glasmalerei. So wird die Kathedrale von Chartres immer mehr erkennbar als Gesamtkunstwerk mit einmaligen plastischen Entsprechungen zu den geistlichen Liedern des Chores.

Ein moderner Pilgerweg

Als langjähriger Führer in Chartres habe ich eine differenzierte Annäherung an die Kathedrale „Notre Dame de Chartres“ entwickelt mit vielen Sondergenehmigungen, auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten. Das ermöglicht besondere Erlebnisse wie die Dämmerungszeit in der erwachenden Kathedrale ohne künstliches Licht, das Beschreiten des Labyrinths im Pilgerschritt am Abend und die Räume der Stille und des Gesangs in der Krypta, sowie die Dachstuhlbegehung mit ihrer Adlerperspektive.
Der Tagesablauf lässt auch ausreichend Raum für Besinnung und Erholung. Die Altstadt von Chartres lädt zu wunderschönen Spaziergängen und kulinarischen Genüssen ein!

Christophe Marie Rogez

 

Information und Anmeldung:
Monique Wahli
Tel: 0041 32 481 18 24
mowary@bluewin.ch

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