Die neue Licht-Kathedrale und das Labyrinth

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Reisenummer: 3
Reisedatum: 28. April 2019 bis 04. Mai 2019
Reiseziel: Chartres
Reisepreise Preise und Leistungen finden Sie am Ende des Textes

 

 

 

 

Seit kurzem erstrahlt das Mittelschiff der Kathedrale in neuem Licht.
Durch die mehrjährige, aufwendige Reinigung ist nun, wie seit Jahrhunderten nicht mehr, die ursprüngliche Licht-Kathedrale wieder erlebbar.
In ihr begegnen wir dem Wesen des Lichtes als eigentliche Bausubstanz
des neuen Tempels. Der Ursprung des lichtdurchfluteten gotischen Baus wird
mit der Vision des Abtes Suger von St. Denis in Verbindung gebracht. Dieser meditiert die Schriften von Dionysios dem Areopagiten, die von dem göttlichen Licht handeln, das fortwährend die Engelshierarchien und den Menschen erleuchtet. Dieses Licht leuchtet herein vom brennenden Dornbusch auf dem Berge Sinai bis zu den Ich-Bin-Worten im Johannesevangelium.
In Chartres werden wir nicht nur dieses Erkenntnislichtes teilhaftig; die Gegenwart des Lichtes, wie im Prolog des Evangelisten Johannes benannt, lädt uns ein, in sein Mysterium einzutreten, um von ihm verwandelt zu werden.

 

 

LAUF´NICHT, GEH´LANGSAM:
Du mußt nur auf dich zugehn!
Geh´ langsam, lauf´nicht,
denn das Kind deines Ich,
das ewig neugeborene,
kann dir nicht folgen!

                                               J. R. Jiménez

 


Wir haben die Möglichkeit außerhalb der regulären Öffnungszeiten das Labyrinth in einem meditativen Ritual zu begehen und so die besondere Wiksamkeit dieses bekanntesten, noch original erhaltenen  Steinlabyrinthes aus dem 13. Jahrhundert zu erleben.

 
Einige Gesichtspunkte zum gotischen Labyrinth

In dem Gedicht von Jiménez klingen schon mehrere Motive des Labyrinthes an, der Weg und das Ziel, das Zentrum und der Umkreis und auch die Achtsamkeit auf dem Wege. Nachdem er durch das Hauptportal der Kathedrale getreten ist, wo Christus über dem mittleren Eingang zu verkünden scheint: „Ich bin die Tür“ (Joh 10,7), tritt der Pilger nach einigen Schritten in Richtung Mittelschiff an den Eingang des großen, die ganze Breite einnehmenden Chartres-Labyrinthes. Hier wird eine zweite Stufe einer inneren Entwicklung angesprochen: „Ich bin der Weg“ (Joh 14,6).

Um das gotische Labyrinth zu verstehen, wie es in den meisten Kathedralen von
Anfang an konzipiert wurde, ist es nötig, eine Entwicklung der Labyrinthformen von
der Antike bis ins Mittelalter zu verfolgen. Im ägyptischen Labyrinth war es die
Herausforderung, aus dem Labyrinth wieder herauszufinden, in Griechenland gibt es
Labyrinthe, wo es sich um einen Abstieg handelt, in der Gotik und speziell in Chartres steigt der Pilger zum Zentrum auf: es geht um den Weg in die Mitte.

Diese Mitte steht auch durch Grundriss und Aufriss der Kirche, wie sie von den Erbauern angelegt wurden, in Relation zu der großen, über dem Labyrinth leuchtenden Westrose. In ihrem Zentrum haben die Glasmaler den neuen Theseus dargestellt: Christus, der hinabgestiegen ist, den Tod zu überwinden.

Die Sprache der Geometrie und die Zahlengesetzmäßigkeiten, die im Labyrinth
enthalten sind, geben weiteren Aufschluss über seinen tieferen Sinn. Es ist ein
schmaler Pfad, darin klingt die schmale Pforte des Evangeliums an: „Tretet ein durch
die enge Pforte“ (Mt 7,13). Es ist ein weißer Pfad, der ohne Sackgassen in die Mitte
führt, den jeder wie im Gedicht von Jiménez als individueller Mensch geht.

 

Seminarpreis: 400 €

Die Gruppe ist in unmittelbarer Nähe zur  Kathedrale untergebracht.
Preise für die Übernachtung mit Frühstück erhalten Sie mit den Unterlagen.


Bitte fordern Sie mit dem Kontaktbogen den betreffenden Anmeldebogen an.

Ermäßigung für Studenten und in Sondersituationen auf Anfrage.

 

 

 

 

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