Das Christentum und die Arbeit an der Erde

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Reisenummer: 10
Reisedatum: 28. Dezember 2020 bis 03. Januar 2021
Reiseziel: Chartres
Reisepreise Preise und Leistungen finden Sie am Ende des Textes

 

Die Klage und die Sehnsucht der Göttin Natura -
der Umgang des Menschen mit der Erde


 

Seminar in Chartres für Landwirte, Gärtner… und alle Interessierten, die mit und für die Erde arbeiten
mit Christophe Marie Rogez, Seminarleiter “Porta Regia - Kunst des Sakralen“
und Ute Rönnebeck, Demeter NRW

 

Chartres lässt sich vielfach kunsthistorisch analysieren und verkörpert andererseits auch ein großes Wahrbild der Evolution. Die Kathedrale, als geistiges Testament der Schule von Chartres, vergegenwärtigt den Weg des Menschen vom Garten Eden zum Himmlischen Jerusalem.
Diese Entwicklung geht der Mensch nicht alleine, die Schöpfung hat innigen Anteil daran, wie es Paulus prophetisch an die Römer verkündet:

Rings um uns her wartet alle Kreatur mit großer Sehnsucht darauf, dass in der Menschheit die Söhne Gottes zu leuchten beginnen. Die Kreatur ist der Vergänglichkeit unterworfen, nicht um ihrer selbst willen, sondern um dessentwillen, der sie in die Vergänglichkeit mit hineingerissen hat, und so ist in ihr alles von Zukunftssehnsucht erfüllt.“ Rm 8,18

In Chartres werden wir einem modernen Christentum begegnen, das nicht in eine diffuse Jenseitigkeit verweist, sondern die Erde als Leib Christi heiligt und die Arbeit an der Erde im umfassendsten Sinne als sakralen Vorgang versteht.


  

Beschreibung:

Vor etwa 15 Jahren hielt Johannes Rau in Berlin eine Rede mit der Überschrift: „Wird alles gut? Für einen Fortschritt nach menschlichem Maß“. Es ging ihm darum, die rasant fortschreitende technische Machbarkeit im Bereich der Manipulation des Lebens, der Biotechnologie, kritisch zu hinterfragen. Er zog den Schluss, dass es eine Zeit gab, Tabus zu überwinden und wir nun in einer Zeit leben, in der es notwendig ist, aktuelle Tabus als
„ Ergebnis aufgeklärten Denkens und Handelns“ im gesellschaftlichen Konsens zu bestimmen.

Bereits am Ende des 12. Jahrhunderts stellt der junge Autor Alanus ab Insulis,
einer der bekanntesten Lehrer der „Schule von Chartres“, der damaligen zentralen Bildungsstätte in Mitteleuropa, in seinem Werk „die Klage der Natura“ im Grunde dieselbe Frage nach Verlust und Gewinnung des Maßes des Menschen. Die Natura weint im Angesicht ihres zerrissenen Kleides und Alanus stellt ihr die Frage:
„ Warum war dort, wo ich im Anblick Deines Untergewandes die Welt des Menschen sah, der Stoff Deines Hemdes zerrissen?“ Darauf die Natura: „Du solltest schon nach dem, was ich Dir sagte, die mystische Bedeutung dieser Risse verstehen. Es sind die Laster, die den Menschen zu einer Ehrfurchtslosigkeit gegen die eigene Mutter verführen, so dass er sie mit gewalttätiger Hand ihrer Hüllen berauben will…es ist einzig und allein der Mensch, von dem ich solches erdulden muss.“

In Alanus’ Hauptwerk „Der Anticlaudian“ übergibt die Natura dem Menschen den Auftrag, ihre Wunden zu heilen. Alanus entwirft, 800 Jahre im Voraus, prophetisch eine umfassende Bewusstseinsverwandlung des Menschen, in der wir heute mittendrin stehen. Er legt die Fundamente eines modernen Christentums, in dem die Entwicklung zum Menschsein nur unter Einbeziehung und im Einklang mit der Schöpfung stattfinden kann.



Heute sind die Sünden der Lasterhaftigkeit „wider die eigene Mutter“, wie sie die „Göttin Natura“ bei Alanus beklagt, längst nicht mehr nur im Bereich des Privat-Seelischen zu orten, sondern in der Art, wie wir mit der Natur, der Erde und allen ihren Wesen umgehen.
Im gleichen Maß aber, wie der Mensch ein großes Zerstörungspotential in sich trägt,
ist er auch fähig zur Heilung. Auf diese Heilung wartet bereits bei Alanus die Göttin Natura und wartet bis hinein in unsere Zeit mit ihren brisanten Fragen und Aufgaben, angewiesen auf uns Menschen und  einen Fortschritt nach menschlichem Maß.

In Chartres wurde in der Kathedraleschule bereits das lebendige Denken geübt, wie es Goethe und R. Steiner weiterentwickelten. In bildhafter Form erscheint es im Gesamtkunstwerk der Kathedrale, wodurch wir an der Weiterentwicklung unserer individuellen und gemeinschaftlichen Fähigkeiten üben können. Die Betrachtungen an der Kathedrale führen sowohl inhaltlich als auch methodisch in eine Vertiefung des Themas.

Der Ausgangspunkt ist dabei die eigene Wahrnehmungsschulung, die progressiv in ein  intensives Erleben und Erkennen mündet.
Aus einem zentralen Kern heraus entfaltet die Kathedrale all ihre Glieder und in jeder Einzelheit ist auch das Ganze wiederzufinden, wie in einem Lebensorganismus. Sie kann uns zu einem künstlerisch-gestaltenden Denken anleiten, das wir brauchen, um im Bereich des Lebendigen, wie z. B. in der Demeter Landwirtschaft, heilsam zu wirken. Hier antwortet die erneuerte Landwirtschaft auf die Erwartung der Natura bei Alanus, und kann anknüpfend an die Weisheit von Chartres an der Entwicklung einer „Herzens - Kultur“ mitarbeiten, die Mensch und Erde umfasst.

Organisatorisches:
Wir haben bewusst den Termin in die Heiligen Nächte gelegt, in der Hoffnung, dass viele  kommen können, sich seelisch und geistig zu durchwärmen!
Wir werden in unmittelbarer Nähe, sozusagen unter den Fittichen der Kathedrale, übernachten. Die Zimmer sind vorreserviert.

ANMELDUNG und PREIS
Diese geschieht über den Demeterverband NRW, dort erhalten Sie den Anmeldebogen mit den Preisen und weitere organisatorischen Einzelheiten zu der Reise.

Ermäßigung für Studenten und in Sondersituationen auf Anfrage.

Kontakt:

DEMETER NRW
Arbeitsgemeinschaft für Biologisch- Dynamische Wirtschaftsweise
Nordrhein-Westfalen e.V.
Alfred-Herrhausen-Str. 44, 58455 Witten
Telefon: 02302-915 218
Telefax: 02302-915 222
Info@demeter-nrw.de
www.demeter-nrw.de

 



Seminarleitung:
Christophe Marie Rogez ist seit 30 Jahren Seminarleiter spiritueller Reisen in Frankreich und Brückenbauer für gesellschaftliche und individuelle Entwicklungsfragen. Sein besonderes Erkenntnisinteresse gilt der Frage nach der heutigen Bedeutung der Kunst des Sakralen. Neben Seminaren in Chartres bietet der studierte Germanist, Bothmerdozent und langjährige Mitleiter des Freien Jugendseminars Stuttgart auch Kurse an anderen Kraftquellen Frankreichs an, so im Elsass, in Burgund, in der Auvergne.

 


 

 

 

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